Es gibt eine Akkordfolge, die in Hunderten Pop-Songs vorkommt, von den Beatles bis zu Ed Sheeran. Vier Akkorde, immer dieselbe Bewegung. Wer sie kann, kann sofort mitspielen, und deshalb ist das der beste Grund, mit genau diesen vier Akkorden anzufangen.
Die Folge
In der Theorie heißt sie I–V–vi–IV. In C-Dur: C, G, Am, F. Das F ist ein Barré-Akkord, deshalb ist das für Anfänger die falsche Tonart. In G-Dur wird daraus G, D, Em, C: vier offene Griffe, alle aus den Grundakkorden. Damit spielst du dieselben Songs, nur etwas tiefer.
Passt die Tonart nicht zur Stimme, kommt der Kapodaster: Kapodaster im dritten Bund plus G-D-Em-C-Griffe ergibt B-Dur, im fünften Bund C-Dur. Die Griffe bleiben, die Tonart wandert.
Die Songs, nach Schwierigkeit
Ganz leicht (zwei bis drei Akkorde, langsame Wechsel)
- Bob Dylan, Knockin' on Heaven's Door: G, D, Am / G, D, C
- Vance Joy, Riptide: Am, G, C
- Ben E. King, Stand by Me: A, Fis-Moll, D, E (oder mit Kapodaster im 2. Bund: G, Em, C, D)
- Bruce Springsteen, Dancing in the Dark: hauptsächlich zwei Akkorde
Leicht (vier Akkorde, gleichmäßiger Wechsel)
- The Beatles, Let It Be: C, G, Am, F (mit Kapodaster im 5. Bund: G, D, Em, C)
- The Cranberries, Zombie: Em, C, G, D
- John Denver, Take Me Home, Country Roads: G, D, Em, C
- Jason Mraz, I'm Yours: G, D, Em, C
- U2, With or Without You: D, A, Hm, G (Hm ist Barré; mit Kapodaster im 2. Bund: C, G, Am, F, oder einfach D, A, G, G)
- Reinhard Mey, Über den Wolken: mit Kapodaster und den Grundgriffen in D-Dur
Mittel (schnellere Wechsel oder ein Barré)
- Oasis, Wonderwall: Em7, G, Dsus4, A7sus4 (die Griffe sind leicht, das Schlagmuster nicht)
- Green Day, Good Riddance (Time of Your Life): G, Cadd9, D, Em
- Adele, Someone Like You: A, Cis-Moll, Fis-Moll, D (mit Kapodaster: G, Hm, Em, C)
- Coldplay, Yellow: H, Fis, E (Barré; oder Kapodaster im 4. Bund: G, D, C)
Die Angaben sind die Akkordgerüste; einzelne Songs haben in Bridge oder Vorspiel weitere Akkorde. Zum Reinkommen reichen die hier.
Wie du einen Song wirklich hinbekommst
1. Erst der Wechsel, dann der Song. Nimm die zwei Akkorde, die am schwersten wechseln (meistens G nach C oder C nach D), und übe nur den Wechsel mit der Akkordwechsel-Übung. Der Song kommt danach.
2. Ein Anschlag pro Takt. Am Anfang nur ein Abschlag auf die Eins, dann Zeit zum Wechseln. Wenn das durch den ganzen Song geht, kommen zwei Anschläge, dann ein Schlagmuster.
3. Langsamer, als du glaubst. Ein Song bei halbem Tempo, ohne Stocken, ist mehr wert als im Originaltempo mit Pausen bei jedem Wechsel. Das Tempo steigt von allein.
4. Zum Original mitspielen. Sobald der Song ohne Stocken geht: Aufnahme an, mitspielen, auch wenn du hinterherhinkst. Nichts trainiert das Timing besser.
Warum diese vier Akkorde überall sind
Weil sie die vier wichtigsten Stufen der Tonart sind: Grundakkord, Dominante, die parallele Moll, Subdominante. Zusammen ergeben sie Spannung und Auflösung, ohne dass es je fremd klingt. Das ist keine Faulheit der Songwriter, sondern die Grundlage westlicher Popmusik. Wer die Begriffe nachlesen will: Glossar.
Häufige Fragen
Welche vier Akkorde soll ich als Erstes lernen? G, D, Em und C. Damit spielst du die Folge I–V–vi–IV in G-Dur, und die steckt in den meisten Songs dieser Liste.
Was ist, wenn ein Song ein F hat? Kapodaster oder andere Tonart. Let It Be in G statt in C, und das F wird zum C. Oder das kleine F auf den vier hohen Saiten, bis das Barré sitzt.
Wie finde ich die Akkorde zu einem Song? Auf Seiten wie Ultimate Guitar oder durch Zuhören: Meist ist der erste Akkord der Grundakkord der Tonart, und dann sind es diese vier.
Was ist der leichteste Song überhaupt? Knockin' on Heaven's Door. Drei Akkorde, langsam, und jeder kennt ihn.
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