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Blues-Akkorde: drei Griffe, zwölf Takte

Drei Septakkorde, zwölf Takte, ein ganzes Genre. Wie der 12-Takt-Blues aufgebaut ist, welche Griffe du brauchst (E7, A7, H7), der Shuffle-Rhythmus und der Turnaround. Mit Griffbildern.

Der Blues ist die beste Nachricht für jeden, der Akkorde kann, aber noch keine Songs: Drei Akkorde, ein festes Schema, und du spielst mit jedem Bluesmusiker der Welt zusammen, ohne ein Stück zu proben. Das Schema heißt 12-Takt-Blues, und wenn du es einmal in E kannst, kannst du es in jeder Tonart.

Die drei Akkorde

Blues verwendet Dominantseptakkorde: Dur-Akkorde mit kleiner Septime. Sie klingen spannend, ein bisschen dreckig, und genau das ist der Blues-Klang. In E-Dur sind das:

E7 (0-2-0-1-0-0) A7 (x-0-2-0-2-0) H7 (international B7) (x-2-1-2-0-2)

Alle drei sind offene Griffe ohne Barré. E7 und A7 sind sogar leichter als E und A, weil ein Finger wegfällt. In der Theorie heißen sie I, IV und V: erste, vierte und fünfte Stufe der Tonart. Das musst du nicht wissen, aber es hilft beim Transponieren.

Das 12-Takt-Schema

Zwölf Takte, dann von vorn. In E:

Takt123456789101112
AkkordE7E7E7E7A7A7E7E7H7A7E7H7

Vier Takte auf dem Grundakkord, zwei auf dem vierten, zwei zurück, dann die Schlusswendung über H7 und A7. Der letzte Takt (H7) heißt Turnaround: Er zieht zurück zum Anfang. Beim allerletzten Durchgang spielst du im zwölften Takt E7 statt H7 und hörst auf.

Eine häufige Variante, der „Quick Change": Im zweiten Takt schon A7, dann Takt 3 und 4 wieder E7. Klingt lebendiger.

Der Shuffle

Blues wird fast nie gerade gespielt. Die Achtel sind ungleich: lang-kurz, lang-kurz, wie ein Herzschlag oder ein hinkender Gang. Das heißt Shuffle. Sprich „Dumm-da, Dumm-da" beim Spielen, dann kommt es von allein. Mit Metronom: Stell es auf 70 BPM und spiel pro Schlag einen langen und einen kurzen Anschlag.

Die klassische Begleitfigur ist der Boogie-Bass: Statt den ganzen Akkord zu schlagen, spielst du nur die zwei tiefen Saiten und wechselst mit dem Ringfinger zwischen Quinte und Sexte. Bei E7: tiefe E-Saite leer, A-Saite zweiter Bund, dann A-Saite vierter Bund, und wieder zweiter. Dasselbe Muster bei A7 auf der A- und D-Saite. Das ist der Rhythmus von fast jedem Chuck-Berry-Song.

Der Blues in A

Dieselbe Struktur, andere Akkorde: A7, D7, E7. D7 ist der neue Griff: (x-x-0-2-1-2). Der Blues in A ist die Tonart der meisten Blues-Standards, weil sie für Sänger angenehm liegt.

Was den Blues besser macht

Neuner statt Septakkorde. Ein E9 statt E7 klingt sofort erwachsener. Die Form steht bei den Funk-Akkorden, die aus demselben Material bestehen.

Der Turnaround als Lick. Statt nur H7 im letzten Takt: eine kurze absteigende Figur auf den hohen Saiten. Davon gibt es hundert Varianten, die erste findest du in fast jedem Blues-Video.

Bending. Sobald das Schema sitzt, willst du solieren. Blues-Solos leben von gezogenen Tönen, und dafür gibt es einen eigenen Artikel. Die passende Tonleiter, die Blues-Pentatonik, steht bei den Tonleitern.

Häufige Fragen

Welche Akkorde braucht man für Blues? Drei Dominantseptakkorde auf der ersten, vierten und fünften Stufe. In E: E7, A7, H7. In A: A7, D7, E7. In G: G7, C7, D7.

Warum klingt mein Blues nicht nach Blues? Fast immer der Rhythmus. Ohne Shuffle klingt das Schema nach Kinderlied. Spiel die Achtel ungleich, lang-kurz.

Was ist ein Turnaround? Die letzten zwei Takte des Schemas, die zurück zum Anfang führen. Im einfachsten Fall ein H7 im zwölften Takt, meist aber eine kleine Figur.

Kann ich Blues auf der Konzertgitarre spielen? Ja. Die Griffe gehen überall. Der typische Klang kommt aber von Stahlsaiten, auf der Western- oder E-Gitarre.

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