Online Musik Akademie

Drop D: eine Saite tiefer, ein neuer Klang

Bei Drop D geht nur die tiefe E-Saite einen Ganzton runter. Wie du umstimmst, warum Powerchords dann mit einem Finger gehen, welche Songs Drop D nutzen, und was DADGAD ist.

Drop D ist die einfachste alternative Stimmung, die es gibt: Fünf Saiten bleiben, wie sie sind, nur die tiefe E-Saite geht einen Ganzton runter auf D. Zwei Sekunden am Stimmwirbel, und die Gitarre klingt dunkler und schwerer. Grunge, Metal, aber auch Fingerstyle und Folk nutzen das seit Jahrzehnten.

So stimmst du um

  1. Tiefe E-Saite anschlagen und langsam herunterdrehen, bis das Stimmgerät D zeigt. Das ist derselbe Ton wie die leere D-Saite, nur eine Oktave tiefer.
  2. Ohne Stimmgerät: Schlag die leere D-Saite an und drehe die E-Saite so lange herunter, bis beide gleich klingen, nur tiefer. Das Schweben zwischen den Tönen verschwindet, wenn es passt.
  3. Kurz alle sechs Saiten prüfen. Weil die Spannung am Hals sinkt, kann die A-Saite minimal hochgehen.

Zurück zur Standardstimmung: die E-Saite wieder hochziehen, bis das Stimmgerät E zeigt. Wie immer beim Stimmen: von unten nach oben an den Ton heran, nicht von oben herunter. Alle Methoden stehen in der Anleitung zum Gitarre stimmen.

Was sich ändert

Powerchords mit einem Finger. In Drop D liegt ein Powerchord mit Grundton auf der tiefen Saite quer über die drei tiefen Saiten im selben Bund: D5 leer (0-0-0-x-x-x), F5 im dritten Bund (3-3-3-x-x-x), G5 im fünften. Ein Finger, oder ein flacher Barré mit dem Zeigefinger. Deshalb lieben Metal-Gitarristen Drop D: schnelle Wechsel, tiefer Klang. Die Grundlagen stehen im Artikel über Powerchords.

Ein tieferer Bass unter D-Dur. Der offene D-Dur-Akkord bekommt einen Grundton eine Oktave tiefer. Alle sechs Saiten dürfen klingen, und der Akkord klingt plötzlich riesig. Deshalb Drop D im Fingerstyle: Dröhnender Bass auf der tiefen Saite, Melodie oben.

Alle Griffe auf der tiefen Saite verschieben sich um zwei Bünde. Ein E-Dur mit dem tiefen E geht nicht mehr; du greifst die tiefe Saite im zweiten Bund. Akkorde, die die tiefe Saite nicht benutzen (D, A, C, Am, Dm), bleiben gleich.

Songs in Drop D

  • Foo Fighters, Everlong
  • Nirvana, Heart-Shaped Box
  • Rage Against the Machine, Killing in the Name
  • Soundgarden, Black Hole Sun (teilweise)
  • The Beatles, Dear Prudence
  • Fingerstyle: fast alles von Andy McKee und viele Stücke von Tommy Emmanuel

Saiten und Drop D

Eine tiefere Saite hat weniger Spannung und schlackert. Bei 009er- oder 010er-Sätzen auf der E-Gitarre schnarrt das tiefe D schnell. Wer viel in Drop D spielt, nimmt einen dickeren Satz oder einen „Drop-Satz" mit dickerer tiefer Saite. Mehr zur Saitenstärke bei den Gitarrensaiten.

Andere Stimmungen, kurz

Double Drop D: beide E-Saiten auf D. DADGAD: D A D G A D, die Folk- und Keltisch-Stimmung, bei der leere Saiten wie ein Akkord klingen. Open G / Open D: alle Saiten bilden leer einen Akkord, für Slide-Gitarre. Drop D ist der Einstieg in diese Welt, weil nur eine Saite wechselt und du die Gitarre in zwei Sekunden zurückstimmen kannst.

Häufige Fragen

Schadet Drop D der Gitarre? Nein. Die Spannung sinkt leicht, das ist unproblematisch. Nur bei häufigem Wechsel hält die Saite die Stimmung kurz weniger stabil.

Warum heißt es Drop D? Weil die tiefste Saite auf D „fallen gelassen" wird. Nur diese eine Saite ändert sich.

Kann ich normale Akkorde in Drop D spielen? Ja, alle Akkorde ohne die tiefe E-Saite bleiben gleich. Akkorde mit der tiefen Saite greifst du dort zwei Bünde höher.

Brauche ich ein spezielles Stimmgerät? Nein. Jedes chromatische Stimmgerät zeigt das D an. Unser Browser-Stimmgerät hat Drop D als Voreinstellung.

Weiterlesen

Gitarre lernen: der Weg in der richtigen Reihenfolge 🎸

Vom Stimmen über die ersten vier Akkorde bis zu Powerchords und Bending. Alle Ratgeber, Übungen und Akkorde in einer sinnvollen Reihenfolge.