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Powerchords: zwei Finger, der ganze Hals

Powerchords sind die einfachsten Akkorde für Rock und Metal: zwei Finger, verschiebbar über den ganzen Hals. Griffbilder, Palm Mute, bekannte Riffs und die häufigsten Fehler.

Smoke on the Water, Seven Nation Army, fast jedes Punk- und Metal-Riff: Powerchords. Sie sind der Grund, warum man mit einer E-Gitarre und einem verzerrten Verstärker nach einer Woche schon nach Band klingt. Ein Powerchord ist kein richtiger Akkord, denn ihm fehlt die Terz. Er ist weder Dur noch Moll. Genau das macht ihn so brauchbar: Er passt fast immer, und mit Verzerrung klingt er nach mehr, als er ist.

Der Griff

Ein Powerchord besteht aus Grundton und Quinte, oft noch mit der Oktave darüber. Auf der Gitarre ist das eine feste Form: Zeigefinger auf dem Grundton, Ringfinger zwei Bünde höher auf der nächsten Saite, kleiner Finger daneben für die Oktave.

E5 mit Grundton auf der tiefen E-Saite: (0-2-2-x-x-x) A5 mit Grundton auf der A-Saite: (x-0-2-2-x-x)

Das Entscheidende: Die Form ist verschiebbar. Zeigefinger auf den dritten Bund der E-Saite, dieselbe Form, und du spielst G5. Fünfter Bund: A5. Siebter Bund: H5. Der Grundton bestimmt den Namen, die Form bleibt. Wer die Töne auf der E- und der A-Saite kennt (steht im Artikel Noten lernen, Abschnitt Griffbrett), findet damit jeden Powerchord sofort.

Die Saiten, die nicht zum Griff gehören, werden nicht angeschlagen oder mit dem Zeigefinger leicht abgedämpft. Bei Verzerrung ist das wichtig, sonst klingen die hohen Leersaiten mit und der Akkord wird matschig.

Palm Mute

Der Klang, den man aus Punk und Metal kennt, kommt vom Palm Mute: Der Handballen der Anschlagshand liegt leicht auf den Saiten, direkt am Steg. Der Ton wird kurz und perkussiv. Zu weit vom Steg weg, und die Saite ist ganz stumm; zu wenig Druck, und es passiert nichts. Der richtige Punkt ist ungefähr einen Zentimeter vor dem Steg. Abwechselnd mit offenen Anschlägen entsteht der Wechsel aus „tschak" und „waaah", der viele Riffs ausmacht.

Drei Riffs zum Anfangen

  • Smoke on the Water (Deep Purple): Die Powerchord-Form auf den zwei tiefen Saiten, nur Grundton und Quinte, ohne Oktave. Bünde 0, 3, 5 / 0, 3, 6, 5 / 0, 3, 5, 3, 0.
  • Seven Nation Army (The White Stripes): eigentlich eine Basslinie, klingt auf der Gitarre mit Powerchords großartig.
  • Blitzkrieg Bop (Ramones): A5, D5, E5, Palm Mute, fertig. Der ganze Song.

Häufige Fehler

Der Ringfinger drückt zu wenig. Bei der Form mit drei Fingern liegt die Kraft ungleich. Übe erst die Zweifinger-Version, dann kommt der kleine Finger dazu.

Die Form bleibt beim Verschieben nicht zusammen. Alle Finger gleichzeitig heben und gleichzeitig setzen, nicht nacheinander. Erst langsam mit Metronom, Bund für Bund den Hals hinauf.

Zu viel Verzerrung. Klingt am Anfang toll, versteckt aber jeden Fehler. Übe clean, spiel verzerrt.

Und ohne Verzerrung?

Powerchords funktionieren auch auf der Westerngitarre, zum Beispiel als Unterlage im Folk oder Country, nur ohne den Druck von Rock. Und wer die Form leichter haben will, für den gibt es Drop D: Dort liegt ein Powerchord mit einem einzigen Finger quer über die drei tiefen Saiten. Wenn Powerchords sitzen, ist der Schritt zu Barré-Akkorden kleiner, als du denkst; die Form ist dieselbe, nur mit mehr Saiten. Dazu die Akkorde für Fortgeschrittene.

Häufige Fragen

Warum heißt es Powerchord? Weil er ohne Terz und mit Verzerrung „kraftvoll" klingt: Grundton und Quinte verstärken sich gegenseitig, statt sich wie bei Dur- und Moll-Akkorden zu reiben.

Ist E5 Dur oder Moll? Weder noch. Ohne Terz gibt es kein Geschlecht. Deshalb passt E5 sowohl über E-Dur als auch über E-Moll.

Brauche ich eine E-Gitarre für Powerchords? Nein. Die Griffe gehen auf jeder Gitarre. Den typischen Klang gibt es aber nur mit Verzerrung, also E-Gitarre plus Verstärker oder Effekt.

Warum schnarren die anderen Saiten? Weil sie mitschwingen. Lass den Zeigefinger flach über die restlichen Saiten liegen, ohne sie zu drücken, dann sind sie stumm.

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