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Gitarre kaufen: der ehrliche Leitfaden für den Anfang

Welche Gitarre für den Anfang, wie viel sie kosten muss, was im Laden zählt (Saitenlage, Hals, Bünde), gebraucht oder neu, und welches Zubehör wirklich nötig ist. Ohne Markengerede.

Die schlechte Nachricht: Es gibt nicht die eine richtige Anfängergitarre. Die gute: Es gibt ein paar Fehler, die du leicht vermeiden kannst, und dann ist fast jede Gitarre ab einer bestimmten Preisklasse in Ordnung. Wichtiger als das Modell ist, dass sie bespielbar ist und dass du sie in die Hand nimmst.

Erst der Typ

Konzertgitarre (Nylon), Westerngitarre (Stahl) oder E-Gitarre. Die Unterschiede stehen im Artikel Gitarrentypen. Kurz: Wer Lieder begleiten will, nimmt eine Westerngitarre. Wer empfindliche Finger hat oder klassisch spielen will, eine Konzertgitarre. Wer Rock will, eine E-Gitarre mit kleinem Verstärker. Falsch ist keine davon. Falsch ist nur, aus Sparsamkeit den Typ zu nehmen, der zur Musik nicht passt, die du hören willst.

Wie viel?

Unter etwa 120 Euro wird es schwierig: schlechte Mechaniken, hohe Saitenlage, Bünde, die aus dem Griffbrett stehen. Solche Gitarren sind der Grund, warum viele glauben, sie hätten kein Talent.

Zwischen 150 und 350 Euro liegt der Bereich, in dem eine Gitarre ordentlich verarbeitet ist und sich einstellen lässt. Das ist für den Anfang genug. Mehr Geld bringt besseres Holz und besseren Klang, aber nicht mehr Lernfortschritt. Bei E-Gitarren kommen 80 bis 150 Euro für einen kleinen Verstärker dazu; Sets aus Gitarre und Verstärker sind für den Anfang in Ordnung, wenn die Gitarre allein die 150 Euro wert wäre.

Worauf du im Laden achtest

Saitenlage. Der Abstand zwischen Saiten und Griffbrett. Im zwölften Bund sollten zwischen Saite und Bundstäbchen etwa zwei bis drei Millimeter liegen. Ist es deutlich mehr, ist die Gitarre schwer zu greifen. Das lässt sich einstellen, aber der Laden sollte es vor dem Kauf tun.

Bünde. Mit dem Finger am Griffbrettrand entlangfahren. Stehen Bundenden heraus und kratzen, ist das Holz geschrumpft; Finger weg.

Hals. Von der Kopfplatte aus am Hals entlangschauen, wie an einem Gewehrlauf. Er darf leicht gebogen sein, nicht verdreht.

Mechaniken. Stimmen, einen Akkord anschlagen, noch einmal prüfen. Wandern die Töne sofort, sind die Mechaniken billig.

Jede Saite in jedem Bund anspielen. Schnarrt es an einer Stelle, ist ein Bund zu hoch. Bei einer neuen Gitarre ist das ein Grund, eine andere zu nehmen.

Du musst dafür nicht spielen können. Ein Verkäufer, der die Punkte nicht kennt, ist der falsche Verkäufer.

Gebraucht?

Gebrauchte Gitarren sind oft die beste Wahl: Eine Gitarre für 400 Euro, die zwei Jahre alt ist, kostet gebraucht 200 und ist besser als jede neue für 200. Prüfen wie oben, dazu: Risse in Decke oder Zargen, ein Steg, der sich von der Decke löst, Schimmelgeruch im Koffer. Neue Saiten einplanen, siehe Gitarrensaiten.

Größe für Kinder

Gitarren gibt es in 1/4, 1/2, 3/4 und 4/4. Faustregel: bis etwa 8 Jahre 1/2, 8 bis 11 Jahre 3/4, ab 11 oder 12 Jahren 4/4. Wichtiger als das Alter ist, ob das Kind mit der linken Hand den ersten Bund erreicht, ohne den Arm zu verrenken. Eine zu große Gitarre ist der häufigste Grund, warum Kinder aufhören.

Zubehör, das wirklich nötig ist

  • Stimmgerät. Ein Clip-Stimmgerät für 10 bis 20 Euro, oder unser Stimmgerät im Browser. Ohne Stimmen geht nichts, siehe Anleitung.
  • Plektren. Drei Stück, mittlere Stärke (0,7 mm). Kosten fast nichts, gehen ständig verloren.
  • Tasche oder Koffer. Gepolsterte Tasche reicht, wenn die Gitarre nicht auf Reisen geht.
  • Ersatzsaiten. Ein Satz.
  • Gitarrenständer. Klingt nach Luxus, ist der wichtigste Übetipp: Eine Gitarre, die im Ständer steht, wird gespielt. Eine im Koffer nicht.

Nicht nötig am Anfang: Kapodaster (kommt später), Gurt (nur im Stehen), Effektgeräte, ein zweiter Verstärker.

Und dann?

Stimmen, die ersten Grundakkorde, zehn Minuten am Tag. Die Gitarre ist die kleinste Hürde.

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Häufige Fragen

Welche Gitarre ist für Anfänger am besten? Die, die zur Musik passt, die du spielen willst, und die im Laden die Punkte oben besteht. Westerngitarre für Lieder, Konzertgitarre für weiche Finger und Klassik, E-Gitarre für Rock.

Wie viel sollte eine Anfängergitarre kosten? 150 bis 350 Euro neu, oder das Gebrauchtmodell einer teureren Klasse in dem Bereich.

Online oder im Laden? Die erste Gitarre im Laden, wegen Saitenlage und Bünden. Wer online kauft, sollte das Rückgaberecht nutzen, wenn die Saitenlage zu hoch ist.

Linkshänder-Gitarre? Wer Linkshänder ist, soll eine Linkshänder-Gitarre nehmen. Der Rat „lern es einfach rechts" führt oft dazu, dass man gar nicht lernt.

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