„Akustikgitarre" ist kein Typ, sondern ein Sammelbegriff, und genau da beginnt die Verwirrung. Es gibt zwei ganz verschiedene akustische Gitarren, und die Frage, welche du hast oder kaufen willst, entscheidet über Saiten, Griffgefühl und Klang. Hier die Typen, die dir begegnen, ohne Marketing.
Konzertgitarre (klassische Gitarre)
Nylonsaiten, breiter Hals, kleiner Korpus ohne Cutaway. Der Klang ist weich und warm. Für klassische Musik, Flamenco, Bossa Nova, Liedbegleitung. Die Nylonsaiten sind für Anfängerfinger angenehm, der breite Hals macht Barré-Griffe schwerer. In Deutschland ist sie die typische Schulgitarre, und deshalb haben viele eine im Keller.
Wichtig: nur Nylonsaiten. Stahlsaiten zerstören den Hals. Mehr bei den Gitarrensaiten.
Westerngitarre (Steel-String, „Akustikgitarre")
Stahlsaiten, schmalerer Hals, größerer Korpus, oft mit Cutaway. Lauter, heller, mit mehr Anschlag. Die Gitarre für Pop, Rock, Folk, Country und Singer-Songwriter. Die Stahlsaiten tun am Anfang mehr weh als Nylon, dafür ist der Hals angenehmer für Akkorde. Die gängigste Form heißt Dreadnought (groß, kräftig); kleinere Formen wie Concert oder Parlor sind bequemer im Sitzen.
Viele Westerngitarren haben einen eingebauten Tonabnehmer („Electro-Acoustic"), damit sie an einen Verstärker können. Fürs Wohnzimmer unnötig, für die Bühne praktisch.
E-Gitarre
Massiver Korpus, dünne Stahlsaiten, Tonabnehmer, und ohne Verstärker fast lautlos. Die niedrige Saitenlage und die dünnen Saiten machen sie zur am leichtesten zu greifenden Gitarre. Für Rock, Blues, Metal, Funk, Jazz, also für fast alles außer klassischer Musik. Die drei Grundformen: Stratocaster (drei Single-Coil-Tonabnehmer, vielseitig), Telecaster (schlank, drahtig, Country und Indie), Les Paul (Humbucker, fett, Rock). Alle drei gibt es von vielen Herstellern in jeder Preisklasse.
Zur E-Gitarre gehört ein Verstärker oder ein Kopfhörer-Gerät. Wer Powerchords und Riffs spielen will, ist hier richtig.
Halbakustische Gitarre (Semi-Hollow / Archtop)
E-Gitarre mit hohlem Korpus und f-Löchern. Wärmer, holziger, neigt bei Lautstärke zur Rückkopplung. Jazz, Blues, Rockabilly, Indie. Nichts für den Anfang, aber gut zu wissen, was die Gitarre mit den Schlitzen ist.
Resonatorgitarre (Dobro)
Statt einer Holzdecke ein Metallkonus, der den Klang verstärkt. Laut, metallisch, schnarrend, unverwechselbar. Blues, Bluegrass, oft mit Slide gespielt. Die Dobro ist die Variante mit Rundhals oder Square-Neck, die flach auf dem Schoß liegt. Wer Blues-Akkorde mit Slide spielen will, landet irgendwann hier.
12-saitige Gitarre
Jede Saite doppelt, die vier tiefen mit einer Oktave darüber. Klingt schimmernd und voll, wie zwei Gitarren. Schwerer zu greifen und zu stimmen. Für Anfänger ungeeignet, für bestimmte Songs unersetzlich.
Bass und Ukulele
Der E-Bass hat vier (manchmal fünf) dicke Saiten, gestimmt E A D G, eine Oktave unter der Gitarre. Die Ukulele hat vier Nylonsaiten (G C E A) und ist der leichteste Einstieg ins Saiteninstrument überhaupt. Für beide gibt es hier ein Stimmgerät: Bass, Ukulele.
Welche für dich?
- Du willst Lieder begleiten und singen: Westerngitarre.
- Du hast Kinder oder empfindliche Finger, oder magst klassische Musik: Konzertgitarre.
- Du willst Rock, Riffs, Solos: E-Gitarre plus kleiner Verstärker.
- Du hast noch eine Gitarre im Keller: nimm die. Der Typ ist zum Lernen weniger wichtig als die Frage, ob du sie in die Hand nimmst.
Was das im Laden konkret bedeutet, Budget und worauf du achten musst: Gitarre kaufen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Konzertgitarre und Westerngitarre? Konzertgitarre: Nylonsaiten, breiter Hals, weicher Klang. Westerngitarre: Stahlsaiten, schmaler Hals, heller und lauter. Die Saiten sind nicht austauschbar.
Ist eine E-Gitarre für Anfänger geeignet? Ja, sie ist sogar am leichtesten zu greifen. Man braucht nur zusätzlich einen Verstärker.
Was ist eine Dobro? Eine Resonatorgitarre mit Metallkonus statt Holzdecke. Laut und metallisch, typisch für Blues und Bluegrass.
Kann ich auf jeder Gitarre dieselben Akkorde spielen? Ja. Die Stimmung ist gleich, die Griffe sind gleich. Nur das Gefühl und der Klang unterscheiden sich.
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