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Kapodaster: die Abkürzung zu jeder Tonart

Mit einem Kapo spielst du jeden Song in jeder Tonart mit offenen Akkorden. Wie das funktioniert, die Umrechnungstabelle, die typischen Fehler und welcher Kapo zu deiner Gitarre passt.

Ein Kapodaster ist eine Klammer, die alle sechs Saiten in einem Bund herunterdrückt. Mehr nicht. Und trotzdem ist er nach dem Stimmgerät das nützlichste Zubehör, das du kaufen kannst. Mit einem Kapo passt du jeden Song an eine Stimme an, spielst schwere Tonarten mit leichten Griffen und bekommst einen helleren Klang, ohne einen einzigen neuen Akkord zu lernen. Hier steht, wie er funktioniert, wo er hingehört und wann du ihn besser weglässt.

Was ein Kapodaster macht

Der Kapo verkürzt die Saiten. Jeder Bund, den er weiter oben sitzt, macht alles einen Halbton höher. Die Griffe bleiben gleich, nur der Klang wandert. Greifst du mit dem Kapo im zweiten Bund die Form von E-Dur, erklingt Fis-Dur. Greifst du die Form von A-Moll, erklingt H-Moll. Der Kapo ist also ein beweglicher Sattel: Er versetzt das ganze Griffbrett.

Was du dabei nicht vergessen darfst: Der Akkord, der klingt, ist ein anderer als der, den du greifst. Wenn die Band in H-Moll spielt und du mit Kapo 2 die Am-Form greifst, ist das richtig, aber auf dem Zettel steht dann Hm, nicht Am.

Die Tabelle

So verschieben sich die offenen Formen. Links die Form, die du greifst, rechts der Akkord, der klingt.

FormKapo 1Kapo 2Kapo 3Kapo 4Kapo 5
CCisDEsEF
GAsABHC
DEsEFFisG
ABHCCisD
EFFisGAsA
AmBmHmCmCismDm
EmFmFismGmAsmAm

Ein Beispiel, das ständig vorkommt: Ein Song steht in F-Dur, mit den Akkorden F, B, C und Dm. Alles Barré oder unbequem. Kapo im ersten Bund, und du greifst E, A, H7 und Cism. Noch besser: Kapo im dritten Bund, und aus F, B, C, Dm werden D, G, A und Hm. Nur ein Barré-Akkord übrig, der Rest offen. Wer wissen will, warum das rechnerisch aufgeht, findet die Erklärung im Artikel Aufbau von Akkorden.

Richtig setzen

Drei Dinge entscheiden, ob es sauber klingt:

  1. Dicht hinter dem Bundstäbchen. Der Kapo gehört knapp hinter das Metallstäbchen, auf die Seite des Kopfes, nicht in die Mitte des Bundes. Sitzt er zu weit hinten, schnarren die Saiten oder klingen dumpf.
  2. Gerade und gleichmäßig. Er muss alle sechs Saiten mit demselben Druck halten. Schräg aufgesetzt, klingt die tiefe E-Saite und die hohe e-Saite schnarrt.
  3. Nicht zu fest. Ein Kapo, der die Saiten in den Bund quetscht, zieht sie nach oben, und alles klingt zu hoch. Bei einstellbaren Modellen: nur so fest, dass nichts schnarrt.

Danach einmal nachstimmen. Fast jede Gitarre verstimmt sich leicht, sobald ein Kapo drauf ist. Das Stimmgerät zeigt es dir in Sekunden.

Wann er hilft

  • Die Stimme passt nicht. Der häufigste Grund. Ist der Song zwei Halbtöne zu tief für die Sängerin, Kapo 2, fertig. Keine neuen Akkorde, kein Umrechnen.
  • Schwere Tonarten. Alles mit vielen Kreuzen oder Bs wird mit Kapo zu einer Tonart, die mit offenen Akkorden geht. Siehe Tabelle.
  • Klang. Offene Akkorde mit Kapo im vierten oder fünften Bund klingen hell und glockig, fast wie eine kleinere Gitarre. Deshalb ist der Kapo im Folk und Singer-Songwriter-Bereich so beliebt.
  • Zwei Gitarren. Spielt jemand ohne Kapo in G und du mit Kapo 5 die C-Form, klingt derselbe Song in zwei verschiedenen Lagen. Das füllt den Klang, ohne dass ihr euch in die Quere kommt.

Wann du ihn besser weglässt

Der Kapo ist keine Krücke gegen Barré-Akkorde. Wer F-Dur und H-Moll nie greift, weil der Kapo es immer richtet, bleibt an einer Stelle stehen, an der es später schwierig wird: bei Songs, in denen sich die Tonart mitten im Stück ändert, oder bei Melodien, die über den Kapo hinausgehen. Lern die Barré-Griffe trotzdem, und nimm den Kapo, wenn er den Song besser macht, nicht, weil du ihn brauchst.

Welcher Kapo

  • Klemm-Kapo (Trigger): Eine Feder, mit einer Hand zu setzen und zu versetzen. Der Standard für die meisten. Nachteil: Der Druck lässt sich nicht einstellen, bei manchen Gitarren drückt er zu fest.
  • Schraub-Kapo: Der Druck ist einstellbar, deshalb stimmt er sauberer. Dafür braucht das Versetzen beide Hände.
  • Elastik-Kapo: Ein Gummiband mit Bügel. Billig, funktioniert, drückt aber ungleichmäßig und hält nicht lange.

Und ein Detail, das oft übersehen wird: Eine Konzertgitarre hat ein flaches, breites Griffbrett, eine Western- oder E-Gitarre ein gewölbtes und schmaleres. Ein Kapo für die eine passt auf der anderen schlecht. Beim Kauf auf „für klassische Gitarre“ oder „für Western/E-Gitarre“ achten.

Häufige Fragen

Verstimmt ein Kapodaster die Gitarre? Ein wenig, fast immer. Deshalb nach dem Setzen kurz nachstimmen. Wenn es stark ist, sitzt der Kapo zu fest oder zu weit vom Bundstäbchen weg.

Bis zu welchem Bund kann ich ihn setzen? Technisch bis zum siebten oder achten. Darüber wird das Griffbrett eng und die Gitarre klingt dünn. Für Songs reichen die ersten fünf Bünde fast immer.

Kann ich den Kapo nur auf einige Saiten setzen? Es gibt Teil-Kapos, die zum Beispiel nur fünf Saiten abdecken und damit alternative Stimmungen nachahmen. Das ist eine Spielerei für später, kein Anfängerwerkzeug.

Wie finde ich den richtigen Bund für einen Song? Sing die höchste Stelle des Songs, und schieb den Kapo Bund für Bund höher oder tiefer, bis sie bequem ist. Die Tabelle sagt dir dann, welche Formen du greifst. Wer die Grundakkorde kann, hat damit jede Tonart im Griff.

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